Denn mit der Freude Feierklange begrüßt sie das geliebte Kind auf seines Lebens ersten Gange, den es in des Schlafes Arm beginnt. ihm ruhen noch im Zeitenschoße die schwarzen und die heitern Lose; der Mutterliebe zarte Sorgen bewachen seinen goldnen Morgen. Die Jahre fliehen pfeilgeschwind. Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe, er stürmt ins Leben wild hinaus, durchmißt die Welt am Wanderstabe, fremd kehrt er heim ins Vaterhaus. und herrlich in der Jugend Prangen, wie ein Gebild aus Himmelshöhn, mit züchtigen, verschämten Wangen, sieht er die Jungfrau vor sich stehn. Da faßt ein namenloses Sehnen des Jünglings Herz, er irrt allein, aus seinen Augen brechen Tränen, er flieht der Brüder wilden Reihn. Errötend folgt er ihren Spuren und ist von ihrem Gruß beglückt; das Schönste sucht er auf den Fluren, womit er seine Liebe schmückt. O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, der ersten Liebe goldne Zeit! Das Auge sieht den Himmel offen, es schwelgt das Herz in Seligkeit; Oh, daß sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe!